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Surfer auf einer Welle an der Playa de Famara auf Lanzarote mit den Famara-Klippen im Hintergrund

Surfen auf Lanzarote – Surfspots, Schulen und die beste Reisezeit

Surfen auf Lanzarote: die besten Surfspots von Famara bis Puerto del Carmen, Surfkurse für Anfänger, Board mieten und wann die Wellen am besten sind.

Lanzarote ist keine typische Surfinsel – und genau das macht sie interessant. Der Nordostpassat trifft ganzjährig auf den offenen Atlantik, die Küste im Nordwesten bricht die Dünung auf langen Sandbänken, und die Klippen von Famara schützen den Strand vor zu extremem Wind. Das Ergebnis: konstante, surfbare Wellen das ganze Jahr über – für Anfänger genauso wie für Fortgeschrittene. Wer auf Lanzarote in den Urlaub fährt und Surfen lernen will oder seine Technik verbessern möchte, findet hier alles, was dafür nötig ist: Schulen, Board-Verleih und eine ausgebaute Surf-Infrastruktur, vor allem rund um Famara.

Warum Lanzarote zum Surfen?

Lanzarote hat unter Surfern einen anderen Ruf als die großen Surf-Destinationen – kein Massentourismus auf dem Wasser, keine überfüllten Line-ups an jedem Strand. Die Insel bietet stattdessen konstante, handhabbare Wellen an mehreren Spots mit unterschiedlichem Charakter.

Was die Bedingungen ausmacht: Der Nordostpassat weht auf Lanzarote fast täglich. Er erzeugt offshore-ähnliche Bedingungen an der Westküste, wo er von den Klippen abgelenkt wird – das macht den Wellencharakter ordentlicher als anderswo im Atlantik. Dazu kommt die Lage: Lanzarote empfängt den Nordatlantik-Swell frontal, besonders zwischen Oktober und März. Im Sommer werden die Wellen flacher und softer – ideal für den ersten Kurs.

Wer neben Surfen auch Kitesurfen plant: Dafür hat Lanzarote ebenfalls exzellente Bedingungen – dazu erscheint in Kürze ein eigener Artikel auf dieser Seite.

Die besten Surfspots auf Lanzarote

Playa de Famara – der Hauptspot der Insel

Famara ist der mit Abstand bekannteste Surfstrand auf Lanzarote und das Zentrum der Surf-Infrastruktur. Das Dorf Caleta de Famara am Fuß der Klippen beherbergt mehrere Surfschulen, Boardverleihe und kleine Cafés. Der breite Sandstrand bricht auf einem langen Sandbank-Set, das verschiedene Wellen-Level gleichzeitig anbietet: weiter innen softer und flacher für Anfänger, weiter draußen kraftvoller für Fortgeschrittene.

Wichtig zu wissen: Die Strömungen an der Playa de Famara können gefährlich sein, besonders bei auflandigem Wind und höherem Swell. Nicht ohne lokale Orientierung ins Wasser. Die Surfschulen vor Ort kennen die sicheren Bereiche – wer ohne Kurs surft, sollte die Wasserbedingungen des Tages vor dem Einstieg einschätzen lassen.

La Santa – für Fortgeschrittene

La Santa, ca. 10 km südlich von Famara, ist vor allem durch den Sports-Resort Club La Santa bekannt. Der Surf-Spot vor Ort bietet Links und Rights an einem Riff-Break, der für fortgeschrittene Surfer deutlich interessanter ist als die Sandbank-Wellen in Famara. Nicht für Anfänger geeignet – Riff-Breaks verlangen Erfahrung im Lesen der Welle und eine saubere Technik.

Puerto del Carmen – Einsteiger-freundlich

Puerto del Carmen hat keinen klassischen Surf-Spot, aber bei nordwestlichem Swell brechen an der Playa Grande sanfte Strandwellen, die sich gut für erste Surfstunden eignen. Mehrere Surfschulen in der Stadt nutzen diesen Bereich für ihre Anfängerkurse. Der Vorteil: breite touristische Infrastruktur drumherum – Cafés, Apotheke, Arzt – was bei einem Anfängerkurs praktisch ist.

Costa Teguise – ruhige Bedingungen

Die Buchten um Costa Teguise sind eher windsurf- und kitesurf-geprägt, bieten aber bei kleinem Swell gelegentlich surfbare Wellen. Für klassisches Wellenreiten eher zweite Wahl – wer aber mit der ganzen Familie im Norden der Touristenzone untergebracht ist und nicht extra nach Famara fahren will, kann hier erste Versuche machen.

Surfkurse und Surfschulen auf Lanzarote

Das Angebot an Surfkursen ist vor allem in Famara und Puerto del Carmen stark. Typische Kursformate:

Anfänger-Gruppenkurs (2–3 Stunden): Der Einstieg. Theorie am Strand (Aufstehen auf dem Board, Paddeln, Wellen lesen), dann ins Wasser – immer mit Instruktor. Kursgrößen variieren; kleinere Gruppen (4–6 Personen) sind effektiver als große. Richtwert: ca. 40–60 € pro Person inkl. Board und Neopren.

Mehrtages-Kurs (3–5 Tage): Wer in einer Woche Urlaub wirklich Fortschritte machen will, ist hier besser aufgehoben als mit einem Einzeltag. Aufbauend, mit Videofeedback bei besseren Schulen.

Privatkurs: Teurer, aber für Fortgeschrittene oder für alle, die schnell Technikfehler ausmerzen wollen, die effizienteste Option. Richtwert: ca. 70–100 € pro Stunde.

Surfcamps mit Unterkunft: Mehrere Anbieter kombinieren Unterkunft in Famara-Nähe mit täglichem Surfunterricht. Gut für alle, die Surfen als Hauptfokus des Urlaubs haben – nicht nur als Tagesausflug.

Mindestalter für Surfkurse: Die meisten Schulen nehmen Kinder ab 8–10 Jahren. Für jüngere Kinder vorher konkret beim Anbieter nachfragen.

Board mieten oder eigenes mitbringen?

Mieten vor Ort: In Famara und Puerto del Carmen gibt es mehrere Surfshops mit gut sortierten Verleihflotten – Softboards für Anfänger, Shortboards und Longboards für Fortgeschrittene, dazu Neoprenanzüge. Richtwert: ca. 20–35 € pro Tag für Board + Neopren. Für einen einwöchigen Surf-Urlaub ist das günstiger als Überfluggebühren.

Eigenes Board mitbringen: Wer sein Board nicht missen will – Surfboards gelten als Sondergepäck, die meisten Airlines (Vueling, Ryanair, Jet2 etc.) verlangen dafür 30–60 € pro Strecke extra, ein stabiler Boardbag ist Pflicht. Flüge nach Lanzarote sind kurz genug, dass das machbar ist; einfach vorher bei der jeweiligen Airline die aktuellen Maße und Gebühren prüfen.

Neopren: Im Sommer reicht auf Lanzarote oft ein 3/2 mm-Anzug, im Winter (November–März) ist ein 4/3 mm komfortabler. Die Wassertemperatur liegt ganzjährig zwischen 19 und 24 °C.

Beste Reisezeit zum Surfen auf Lanzarote

Monat Wellengröße Charakter Empfehlung
Oktober – März 1–3 m kraftvoller Atlantik-Swell, wind-geformt Fortgeschrittene; Schulen gut gebucht
April – Mai 0,8–1,5 m abnehmend, cleaner Sehr gut für Aufbaukurse
Juni – September 0,5–1 m flach und soft Ideal für Anfänger und erste Kurse

Für den allerersten Surfkurs ist Sommer am zugänglichsten – kleinere Wellen, wärmeres Wasser, weniger Wind. Für alle, die schon stehen können und Progression suchen, ist Oktober bis März der bessere Zeitraum: mehr Swell, mehr Kraft in den Wellen, anspruchsvollere Bedingungen.

November ist dabei ein besonderer Monat – guter Swell, noch überschaubare Touristenzahlen, Wassertemperatur angenehm. Viele erfahrene Surfer wählen genau dieses Fenster.

Sicherheit und Gesundheit beim Surfen

Famara-Strömungen ernst nehmen: Die Playa de Famara hat Rip Currents, die gerade für Anfänger gefährlich werden können. Grundregel: immer dort ins Wasser, wo die Surfschule einsteigt. Bei Flaggen-Warnsystem (rot = kein Baden) aus dem Wasser bleiben.

Riffe: La Santa und einige kleinere Spots brechen über Riff. Nur mit entsprechender Erfahrung und lokaler Streckenkenntnis. Ein Sturz über Lavastein ist keine Bagatelle.

Sonnenschutz auf dem Wasser: Der Fahrtwind kühlt und täuscht über die UV-Intensität hinweg. LSF 50+ wasserfest auf Gesicht, Nacken und Schultern – auch im Winter. Auf dem Wasser sitzen und die Sonne reflektiert; wer das unterschätzt, bekommt einen Sonnenstich, bevor der zweite Kurs beginnt.

Ohrenentzündungen: Surfer stecken die Ohren stundenlang ins Salzwasser – das begünstigt Schwimmersohr (Otitis externa) genauso wie bei Tauchern. Was hilft, welche Ohrenstöpsel taugen (Achtung: nicht jeder Stöpsel ist geeignet!) und wann ein Arzt nötig ist, erklärt unser Artikel Ohrenschmerzen nach dem Tauchen – die Hinweise gelten für Surfer ebenso.

Bei Verletzungen oder Notfällen im Wasser: 112 – die europäische Notrufnummer funktioniert auf der ganzen Insel, auch ohne lokale SIM.

Für die vollständige Reiseapotheke empfehlen wir unsere Packliste für Lanzarote.

Häufige Fragen zum Surfen auf Lanzarote

Kann man auf Lanzarote gut surfen?

Ja – Lanzarote hat ganzjährig surfbare Wellen, gute Surfschulen besonders rund um Famara und eine gut ausgebaute Board-Verleih-Infrastruktur. Für Anfänger besonders im Sommer ideal, für Fortgeschrittene das ganze Jahr interessant.

Wo lernt man auf Lanzarote am besten surfen?

Famara (Caleta de Famara) ist der beste Ort für Surfkurse – die meisten Schulen sind hier ansässig, die Wellen sind für Anfänger gut geeignet und der Ort ist auf Surfer ausgerichtet. Wer in Puerto del Carmen wohnt, findet auch dort Schulen, die an der Playa Grande unterrichten.

Lanzarote oder Fuerteventura – wo surft es sich besser?

Fuerteventura hat mit Corralejo und El Cotillo bekanntere Surf-Spots und ist insgesamt wellenreicher. Lanzarote bietet mit Famara einen sehr guten Haupt-Spot, ist aber insgesamt weniger surf-dominiert. Wer den Urlaub zu 100 % dem Surfen widmet, liegt auf Fuerteventura etwas besser. Wer Surfen mit anderen Aktivitäten kombiniert – Wandern, Vulkane, Tauchen – kommt auf Lanzarote auf seine Kosten.

Wann ist die beste Zeit zum Surfen auf Lanzarote?

Für Anfänger: Juni bis September – kleine, cleane Wellen, warmes Wasser. Für Fortgeschrittene: Oktober bis März – kräftiger Atlantik-Swell, anspruchsvollere Bedingungen. November ist ein bevorzugter Monat für erfahrene Surfer: guter Swell, noch ruhigere Saison.

Kann man auf Lanzarote mit Kindern surfen?

Ja, ab ca. 8–10 Jahren nehmen die meisten Schulen Kinder mit. Im Sommer sind die Bedingungen besonders gut für Kinder – kleinere Wellen, wärmeres Wasser, keine Gefahr von zu starkem Swell. Immer vorher beim Anbieter das Mindestalter und die Kursinhalte klären. Mehr Infos zum Familienurlaub auf Lanzarote gibt es in unserem Kinder-Artikel.

Was kostet ein Surfkurs auf Lanzarote?

Ein Anfänger-Gruppenkurs (ca. 2–3 Stunden inkl. Board und Neopren) kostet in der Regel 40–60 € pro Person. Mehrtages-Kurse sind günstiger pro Tag. Privatkurse liegen bei ca. 70–100 € pro Stunde. Board + Neopren-Verleih ohne Kurs: ca. 20–35 € pro Tag. Preise variieren je nach Anbieter und Saison – frühzeitig buchen lohnt sich, besonders im Winter wenn Trainingslager die Kapazitäten beanspruchen.


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