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Kitesurfer mit buntem Drachen über der Lagune von Costa Teguise auf Lanzarote

Kitesurfen auf Lanzarote – Spots, Kurse und die beste Reisezeit

Kitesurfen auf Lanzarote: die besten Kitesurf-Spots, IKO-Kurse für Anfänger, Ausrüstung mieten und wann der Passatwind am stärksten weht.

Lanzarote ist unter Kitesurfern aus gutem Grund kein Geheimtipp mehr. Der Nordostpassat weht auf der Insel verlässlich fast das ganze Jahr – stärker und beständiger als auf den meisten anderen Kanarischen Inseln. Dazu kommen flache Lagunen-Bedingungen an der Ostküste für Anfänger und Atlantik-Wellen an der Westküste für fortgeschrittenes Wave-Kiting. Wer gezielt nach einer Kitesurf-Destination sucht, findet auf Lanzarote alle Voraussetzungen: gute Schulen, zentral gelegene Kite-Center, Board- und Drachen-Verleih – und das ganzjährig nutzbar. Dieser Artikel zeigt, wo die besten Spots sind, was ein Kurs kostet und wann der Wind am besten ist.

Warum Lanzarote für Kitesurfer?

Der entscheidende Faktor ist der Nordostpassat – ein beständiger Wind, der auf Lanzarote durch die geografische Lage besonders zuverlässig einfällt. Während Surfer den Winter bevorzugen (mehr Atlantik-Swell), dreht sich das für Kitesurfer um: Im Sommer (Mai bis September) weht der Passatwind am stärksten, oft 20–30 Knoten, manchmal mehr. Das ist Kite-Wind par excellence – stark genug für Fortgeschrittene, aber mit den richtigen Spots auch für Anfänger handhabbar.

Lanzarote hat dabei zwei grundlegend unterschiedliche Küstencharaktere:

  • Ostküste (Costa Teguise, Puerto del Carmen): Flacheres Wasser, windgeschütztere Buchten, Sandböden – ideal für Anfänger und Freestyle.
  • Westküste (Famara): Offener Atlantik, Wellen, Riff und Strömungen – für erfahrene Wave-Kiter.

Im direkten Vergleich mit Fuerteventura – der bekanntesten Kite-Insel der Kanaren – ist Lanzarote windtechnisch ähnlich stark, hat aber weniger Kite-Infrastruktur und weniger Spots. Wer ausschließlich Kitesurfen plant, liegt auf Fuerteventura (Corralejo, Jandía) etwas besser aufgestellt. Wer Kitesurfen mit anderen Aktivitäten kombiniert – Wandern, Vulkane, medizinische Versorgung direkt vor Ort – findet auf Lanzarote einen runderen Urlaub.

Die besten Kitesurf-Spots auf Lanzarote

Costa Teguise / Las Cucharas – der Anfänger-Spot

Las Cucharas in Costa Teguise ist der etablierteste Kitesurf-Spot der Insel und die erste Adresse für Einsteiger. Die breite, flache Bucht hat einen sandigen Boden, kaum Riff und einen langen, freien Strand ohne Hindernisse hinter der Startzone. Der Passatwind kommt hier seitwärts bis leicht offshore – ideale Bedingungen, um das erste Mal im Wasser zu stehen, ohne sofort von einer Böe abgetrieben zu werden. Mehrere Kitesurf-Schulen haben ihre Basis direkt am Strand.

Puerto del Carmen / Playa de los Pocillos – flaches Wasser

Die Bucht bei den Pocillos südlich von Puerto del Carmen bietet ähnlich flache Bedingungen wie Costa Teguise, ist aber etwas windstabiler. Für Anfängerkurse gut geeignet; auch für Freestyle-Kiter, die Tricks üben wollen, ohne in Chop zu arbeiten. Infrastruktur drumherum ist stark – Cafés, Apotheke, Arzt.

Famara – für Fortgeschrittene und Wave-Kiter

Wer Wave-Kiting machen will, fährt nach Famara. Der breite Strand auf der Nordwestseite der Insel empfängt den Atlantik frontal – mit Wellen und Offshore-Swell, der auf dem Kite ein komplett anderes Erlebnis ist als die Flachwater-Spots im Osten. Famara ist aber kein Anfänger-Spot. Die Strömungen sind stark, das Wasser ist rauer, und wer hier ohne Kite-Erfahrung ins Wasser geht, überfordert sich schnell. Zusätzliche Vorsicht: Famara ist gleichzeitig der Haupt-Surfspot der Insel – auf die Surfer-Line-up Rücksicht nehmen und Bereiche klar trennen.

Playa Blanca – ruhig und überschaubar

Im Süden der Insel, rund um Playa Blanca, gibt es ebenfalls kitesurfbare Bedingungen – der Wind ist hier etwas schwächer und unbeständiger als im Norden und Osten, aber an guten Tagen durchaus nutzbar. Wer im Süden übernachtet und keinen weiten Weg machen will, findet hier einen Einstieg. Für reine Kite-Urlaube aber nicht die erste Wahl.

Kitesurfkurse und Schulen auf Lanzarote

Qualitätsmerkmal: IKO-zertifizierte Schulen (International Kiteboarding Organization). Das IKO-System ist der weltweite Standard für Kitesurf-Ausbildung – Schulen mit IKO-Zertifizierung arbeiten nach einem strukturierten Lehrplan mit geprüften Instruktoren. Vor der Buchung immer nach der IKO-Zertifizierung fragen.

Typischer Kursaufbau für Anfänger:

  1. Theorieeinheit (1–2 Stunden): Windkunde, Kitefenster, Sicherheitssystem, Strandregeln. Das Fundament – nicht überspringen.
  2. Bodenkite (2–4 Stunden): Den Kite am Boden fühlen lernen, Steuerung, Sicherheitsleine auslösen üben. Das wichtigste Modul.
  3. Bodydrag (2–4 Stunden): Kite in der Luft, aber noch kein Board – durch das Wasser ziehen lassen, Kite-Kontrolle unter echten Bedingungen.
  4. Water Start mit Board: Erst wenn Schritt 1–3 sitzen. Das Board kommt spät – das ist richtig so.

Kursformate und Preise (Richtwerte):

Format Dauer Preis ca.
Schnupperkurs 2–3 Std. 80–120 €
Anfänger-Grundkurs 6–9 Std. (2–3 Tage) 250–380 €
Fortgeschrittenen-Kurs nach Level 150–250 €
Privatkurs pro Stunde 100–150 €
Kitesurf Camp (mit Unterkunft) 1 Woche 700–1.200 €

Preise variieren je nach Anbieter, Saison und Gruppengröße. Kitesurf Camps auf Lanzarote kombinieren Unterkunft in Spot-Nähe mit täglichem Unterricht – sinnvoll für alle, die in einer Woche wirklich vorankommen wollen.

Ausrüstung mieten oder mitbringen?

Mieten vor Ort: Die Kite-Center in Costa Teguise und Puerto del Carmen vermieten komplette Sets – Kite, Board, Trapez, Neopren. Für Kurs-Teilnehmer ist die Ausrüstung in der Regel inklusive. Als Eigennutzer sind Richtwerte ca. 60–90 € pro Tag für ein vollständiges Set.

Eigene Ausrüstung mitfliegen: Kite-Equipment gilt als Sperrgepäck und ist voluminös – Kite-Bag plus Board-Bag können auf Lanzarote-Flügen (kurze Strecken mit Ryanair, Vueling, Condor) erhebliche Übergewichtsgebühren auslösen. Aktuelle Konditionen immer direkt bei der Airline prüfen. Für einen einwöchigen Urlaub lohnt sich Mieten vor Ort oft mehr.

Neopren: Im Sommer (Juni–September, Wassertemperatur 22–24 °C) reicht ein 3/2 mm-Anzug. Im Winter (Dezember–März, ca. 19–21 °C) ist ein 4/3 mm komfortabler, besonders wenn man längere Sessions macht. Die meisten Kite-Center verleihen Neopren zusammen mit der Ausrüstung.

Beste Reisezeit für Kitesurfer auf Lanzarote

Kitesurfen und Wellenreiten funktionieren auf Lanzarote nach anderen Gesetzen: Während Surfer den Winter bevorzugen (mehr Swell), ist für Kiter der Sommer die stärkste Zeit.

Monat Passatwind Charakter Empfehlung
Januar – März 15–22 kn moderat, ruhig Gut, aber windschwächere Perioden möglich
April – Mai 18–25 kn aufbauend Sehr gut, Saison beginnt
Juni – September 22–32 kn stark, beständig Beste Kite-Zeit – Passatwind-Hochsaison
Oktober – November 18–25 kn abnehmend Gut, weniger Betrieb
Dezember 15–22 kn wechselhafter Akzeptabel, eher Wave-Kiter

November ist ein besonderer Monat: Der Wind ist noch solide, die Touristenzahlen sinken, die Spots sind weniger überfüllt. Wer kiten lanzarote november sucht – das ist eine der besten Optionen für ein entspanntes, aber winddichtes Kite-Erlebnis.

Sicherheit – was Anfänger unbedingt wissen müssen

Kitesurfen ist kein Sport, bei dem man sich autodidaktisch einarbeitet. Ein Kite kann bei Fehler enorme Kräfte entwickeln – Verletzungen ohne Kursausbildung sind kein seltenes Szenario. Konkrete Regeln:

Niemals ohne Kurs alleine starten. Auch wenn YouTube-Tutorials gut aussehen. Das Sicherheitssystem (Quickrelease, Depower-System) muss unter Stress sitzen – das lernt man nur mit Instruktor.

Strandzonen beachten: Kite-Spots und Badebereiche müssen strikt getrennt sein. In Costa Teguise und Puerto del Carmen sind die Kite-Zonen ausgewiesen. Außerhalb davon starten ist verboten und gefährdet Badende.

Famara nur für Erfahrene: Atlantikströmungen plus Riff plus Wellenkite ist keine Kombination für Einsteiger. Wer noch keine 10+ Stunden Wasser-Erfahrung hat, bleibt im Osten der Insel.

Sonnenschutz auf dem Wasser: Im Kite-Harness steht man stundenlang in der Sonne. LSF 50+ wasserfest auf Gesicht, Nacken und Schultern ist Pflicht – der Wind trocknet Sonnencreme schnell ab, daher regelmäßig nachcremen. Hitzesymptome auf dem Wasser ernst nehmen – mehr dazu in unserem Sonnenstich-Artikel.

Ohrenentzündungen: Auch Kitesurfer verbringen viel Zeit im Wasser – Schwimmersohr ist ein häufiges Problem. Was hilft und welche Ohrenstöpsel wirklich taugen (Achtung: nicht alle Stöpsel sind fürs Wasser geeignet), erklärt unser Artikel Ohrenschmerzen nach dem Tauchen – die Hinweise gelten genauso für Kitesurfer.

Notruf bei Notfall auf dem Wasser: 112 – funktioniert auf der ganzen Insel ohne lokale SIM.

Für die allgemeine Reiseapotheke vor Sportaktivitäten empfehlen wir unsere Packliste für Lanzarote.

Häufige Fragen zum Kitesurfen auf Lanzarote

Kann man auf Lanzarote gut kitesurfen?

Ja – Lanzarote hat durch den Nordostpassat ganzjährig zuverlässigen Wind, gute Infrastruktur in Costa Teguise und Puerto del Carmen und mehrere IKO-zertifizierte Schulen. Für eine dedizierte Kite-Destination ist Fuerteventura etwas stärker aufgestellt, aber Lanzarote bietet ausgezeichnete Bedingungen und ist besonders für Kombi-Urlaube attraktiv.

Welcher Spot eignet sich für Anfänger?

Costa Teguise / Las Cucharas ist der beste Anfänger-Spot: flaches Wasser, sandiger Boden, ausgewiesene Kite-Zone, Schulen direkt am Strand. Puerto del Carmen / Playa de los Pocillos ist ebenfalls gut. Famara ist für Anfänger nicht geeignet.

Lanzarote oder Fuerteventura – wo kitesurft es sich besser?

Fuerteventura (besonders Corralejo) gilt als die bessere reine Kite-Destination – mehr Spots, mehr Infrastruktur, mehr Kite-Community. Lanzarote punktet, wenn Kitesurfen nur Teil des Urlaubs ist: mehr Sehenswürdigkeiten, bessere medizinische Versorgung vor Ort, abwechslungsreicheres Gesamtangebot.

Wann ist die beste Zeit zum Kitesurfen auf Lanzarote?

Juni bis September ist die stärkste Kite-Saison – der Passatwind weht konstant mit 22–32 Knoten. Im Gegensatz zum Wellenreiten, wo Surfer den Winter bevorzugen, ist Sommer für Kitesurfer die Hauptzeit. November ist ebenfalls gut: solider Wind, weniger Touristenandrang.

Brauche ich einen Neoprenanzug zum Kitesurfen auf Lanzarote?

Im Sommer (22–24 °C Wassertemperatur) reicht ein 3/2 mm-Anzug oder ein Lycra-Suit für kürzere Sessions. Im Winter (19–21 °C) ist ein 4/3 mm deutlich komfortabler. Neopren gibt es bei allen Kite-Centern zu mieten – wer nur eine Woche auf der Insel ist, muss keinen eigenen mitbringen.

Was kostet ein Anfänger-Kitesurfkurs auf Lanzarote?

Ein vollständiger Anfänger-Grundkurs (6–9 Stunden über 2–3 Tage, inkl. Ausrüstung) kostet je nach Anbieter ca. 250–380 €. Schnupperkurse (2–3 Stunden) gibt es ab ca. 80–120 €. Kitesurf Camps mit Unterkunft für eine Woche liegen bei ca. 700–1.200 € je nach Unterkunftsniveau. Preise sind Richtwerte – direkt beim Anbieter anfragen und IKO-Zertifizierung bestätigen lassen.


Alles zu Ärzten, Apotheken und medizinischer Versorgung auf Lanzarote – auch für Wassersportler – auf arzt-lanzarote.com.

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