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Blick auf die schwarze Vulkanlandschaft des Timanfaya Nationalparks auf Lanzarote – karge Lava-Felder unter blauem Himmel

Timanfaya Nationalpark Lanzarote – Besuch, Eintritt & Tipps

Alles was du vor dem Besuch im Timanfaya Nationalpark wissen musst: Ruta de los Volcanes, Eintrittspreise, El Diablo Restaurant, Dromedare und die besten Tipps für einen stressfreien Tag.

Es gibt Orte auf Lanzarote, die aussehen wie ein anderer Planet. Timanfaya ist einer davon – und der eindrücklichste. Schwarze Lavafelder so weit das Auge reicht, kein Baum, kein Grashalm, dafür Erdwärme direkt unter den Füßen. Der Timanfaya Nationalpark ist nicht nur eine Sehenswürdigkeit, er ist ein Naturphänomen. Dieser Artikel erklärt, wie der Besuch funktioniert, was ihn besonders macht – und was du vorher wissen solltest.

Was ist der Timanfaya Nationalpark?

Der Parque Nacional de Timanfaya entstand durch eine der größten Vulkanausbruchsserien der europäischen Geschichte: Zwischen 1730 und 1736 brachen auf Lanzarote über 100 Vulkane innerhalb von sechs Jahren aus. Ein Viertel der Insel wurde von Lava bedeckt, ganze Dörfer verschwanden. Was blieb, ist eine der am besten erhaltenen Vulkanlandschaften der Welt – und seit 1974 ein Nationalpark.

Das Besondere: Der Timanfaya ist kein schlafender Vulkan. In wenigen Metern Tiefe liegen Temperaturen von über 400 Grad Celsius. Das spürt man. An der Besucherstation am Eingang schüttet das Parkpersonal Wasser in einen Metallrohr im Boden – Sekunden später schießt heißer Dampf heraus. Ein paar Meter weiter wird trockenes Gestrüpp in eine Öffnung gehalten – es fängt sofort Feuer. Kein Trick, keine Inszenierung. Reine Geologie.

Die Ruta de los Volcanes – Pflichtprogramm im Park

Wer den Timanfaya betritt, macht die Ruta de los Volcanes. Es gibt keine Wahl: Im Kernbereich des Parks ist freies Wandern verboten. Die geführte Bustour ist das einzige legale Mittel, das Innere zu erleben – und das aus gutem Grund. Die Lavafelder sind instabil, die Orientierung ohne Wege extrem schwierig, und der Schutz der Landschaft hat Vorrang.

Die Tour dauert etwa eine Stunde. Der Bus fährt durch die Hauptkraterregion, hält an Aussichtspunkten, und ein aufgezeichneter Kommentar erklärt die Entstehung der Landschaft. Die Fenster bleiben geschlossen – zum Schutz der Vegetation außerhalb der Straße, aber auch wegen des Geruchs nach Schwefel an manchen Stellen.

Was man sieht: ausgedehnte Lavafelder in Schwarz, Grau und Rot, erstarrte Lavaströme, Krater in verschiedenen Stadien der Verwitterung und gelegentlich kleine Pflanzen – Pioniergewächse, die sich in den letzten 300 Jahren ihren Weg durch die Lava gebahnt haben.

Tipp: Fensterplatz auf der linken Seite des Busses sichern – die meisten Aussichtspunkte öffnen sich nach links.

Eintritt & Tickets

Der Eintritt zum Nationalpark ist kostenpflichtig. Aktuelle Preise für Erwachsene und Kinder auf der offiziellen Website des Parques Nacionales de España prüfen – die Preise ändern sich gelegentlich, und es gibt ermäßigte Tarife für Kinder und EU-Bürger in bestimmten Kategorien.

Online-Buchung empfohlen. In der Hochsaison (Juli, August) kann es am Eingang zu langen Wartezeiten kommen. Wer ein Zeitfenster vorab bucht, spart Zeit und ist sicher, reinzukommen. An Wochentagen ist der Andrang geringer als am Wochenende.

Die Eintrittskarte schließt die Ruta de los Volcanes Bustour ein.

Öffnungszeiten

Der Park ist in der Regel täglich geöffnet. Aktuelle Öffnungszeiten vor dem Besuch auf der offiziellen Parkwebsite überprüfen – bei starkem Wind oder Unwetter kann der Einlass aus Sicherheitsgründen eingeschränkt oder gesperrt werden. Das passiert selten, aber auf Lanzarote kann der Wind schnell stark werden.

El Diablo Restaurant – Kochen mit Erdwärme

Direkt am Parkeingang steht das Restaurante El Diablo – entworfen von César Manrique und eines der ungewöhnlichsten Restaurants der Welt. Hier wird mit geothermischer Energie gekocht: Ein ringförmiger Grill über einem natürlichen Vulkankrater nutzt die Erdwärme, um Fleisch und Fisch zu garen. Keine Flamme, kein Gas – nur die Energie des Vulkans.

Das Restaurant bietet einen Panoramablick über die Lavalandschaft und hat eine feste Speisekarte mit regionalen Gerichten. Es ist nicht das günstigste Mittagessen auf Lanzarote, aber das Erlebnis ist einmalig.

Empfehlung: Tisch vorher reservieren, besonders in der Hochsaison. Das Restaurant ist bei Reisegruppen beliebt und füllt sich schnell. Reservierung direkt über die offizielle Parkwebsite möglich.

Dromedare reiten – Echadero de los Camellos

Die Dromedarritte im Timanfaya sind ein klassischer Lanzarote-Ausflug. Der Echadero de los Camellos liegt an der Straße LZ-67, kurz vor dem Haupteingang des Parks – mit eigenem Parkplatz und unabhängig vom Parkeintritt buchbar.

Die Tiere laufen in Zweierkolonnen einen kurzen Weg durch die Lavalandschaft, mit Tierpfleger neben ihnen. Die Tour dauert etwa 15–20 Minuten. Für Kinder ist es ein Erlebnis, für Erwachsene mit Rückenproblemen sollte die ungewohnte Sitzposition (leicht schaukelnd, auf einem Sattelgestell) bedacht werden.

Aktuelle Preise direkt vor Ort oder auf der Parkwebsite überprüfen. Wartezeiten können in der Hochsaison lang sein – frühmorgens ist es ruhiger.

Hinweis: Die Tiere sind Dromedare (ein Höcker), keine Kamele (zwei Höcker). Auf Lanzarote wird beides oft synonym verwendet.

Anreise & Parken

Der Parkeingang liegt nahe der Gemeinde Yaiza im Südwesten der Insel, erreichbar über die LZ-67.

  • Von Puerto del Carmen: ca. 25 Minuten mit dem Mietwagen
  • Von Playa Blanca: ca. 30 Minuten
  • Von Arrecife: ca. 35 Minuten
  • Von Costa Teguise: ca. 40 Minuten

Ein Mietwagen ist die praktischste Option – öffentliche Busverbindungen existieren, sind aber zeitlich unflexibel. Der Parkplatz am Eingang ist groß und kostenlos. In der Hochsaison früh ankommen, da die Kapazität begrenzt ist.

Wer lieber eine geführte Tour bucht: Viele Anbieter in Puerto del Carmen, Playa Blanca und Costa Teguise bieten Timanfaya als Halbtagestour an, oft kombiniert mit El Golfo oder Salinas de Janubio.

Beste Besuchszeit

Morgens, möglichst früh. Zwischen 9 und 11 Uhr ist der Park am ruhigsten. Ab Mittag kommen Reisebusse und die Temperaturen steigen stark.

Monate: September bis November und März bis Mai sind angenehmer als der Hochsommer. Im Juli und August kann die Hitze in der schwarzen Lavalandschaft ohne Schatten extrem werden – Temperaturen am Boden deutlich höher als die Lufttemperatur.

Wind: Lanzarote ist windig. An stark windigen Tagen wirbelt feiner Lavaasche auf – unangenehm für Augen und Atemwege. Bei starkem Wind kann der Einlass eingeschränkt werden.

Gesundheit & Sicherheit im Timanfaya

Der Park ist kein typisches Ausflugsziel – ein paar Punkte verdienen besondere Beachtung:

Kein Schatten. Der gesamte Besuch – Warteschlange, Geothermaldemonstration, Pausenbereich – findet unter freiem Himmel statt. Sonnenschutz, Kopfbedeckung und ausreichend Wasser sind Pflicht. Im Park selbst gibt es keinen Wasserkauf außerhalb des Restaurants.

Hitze. Die Bodentemperaturen sind durch die geothermische Aktivität erhöht. Offene Schuhe sind ungeeignet; geschlossene Schuhe schützen die Füße.

Atemwege. Menschen mit Asthma oder COPD sollten bei starkem Wind vorsichtig sein – aufgewirbelte Partikel können die Atemwege reizen. An ruhigen Tagen ist das kein Problem.

Herz & Kreislauf. Die Kombination aus Hitze, UV-Strahlung und körperlicher Aktivität in der Wartezone kann für ältere Personen oder Menschen mit Herzproblemen belastend sein. Schatten suchen, nicht hetzen, viel trinken.

Im Notfall: Nächste medizinische Versorgung ist die EuroKlinik in Puerto del Carmen (+34 669 064 145) oder das Hospital Universitario Dr. José Molina Orosa in Arrecife (+34 928 595 000). Im Notfall immer 112.

Typische Fehler – was Urlauber falsch machen

Ohne Reservierung im August ankommen. Der Park kann zeitweise ausverkauft sein. Online buchen spart Ärger.

Zur Mittagshitze kommen. Zwischen 12 und 15 Uhr ist es am heißesten und am vollsten. Wer flexibel ist, kommt morgens oder am späten Nachmittag.

Kein Wasser dabei haben. Im Park gibt es kein Wasser zu kaufen – außer im Restaurant. Eine Flasche mitnehmen.

Nur den Park einplanen. Timanfaya liegt zentral im Südwesten – perfekt kombinierbar mit El Golfo (Grüner See), Salinas de Janubio (Salinen) und La Geria (Weinstraße). Wer ein Auto hat, kann das alles an einem Tag sehen.

Was lässt sich gut mit Timanfaya kombinieren?

Der Südwesten Lanzarotes hat mehrere Sehenswürdigkeiten in kurzer Fahrtzeit:

  • El Golfo (10 Min.): Ein Krater am Meer mit einem leuchtend grünen Kratersee – einer der fotogensten Orte der Insel.
  • Salinas de Janubio (15 Min.): Die größten Salinen der Kanaren, geometrisch schön und für Vögel bekannt.
  • La Geria (20 Min.): Die Weinstraße durch die Lava – Winzer haben über Jahrhunderte Weinreben in Lavaaschöchern angebaut. Verkostungen direkt bei den Bodegas möglich.
  • Yaiza (10 Min.): Eines der schönsten Dörfer Lanzarotes, ruhig, weiß, mit guten Restaurants.

FAQ

Kann ich im Timanfaya frei wandern? Nein. Im Kernbereich des Parks ist freies Wandern verboten. Es gibt eine begrenzte Anzahl geführter Wanderungen – diese müssen lange im Voraus über die offizielle Parkwebsite gebucht werden und sind schnell ausgebucht. Der reguläre Besuch läuft über die Ruta de los Volcanes Bustour.

Sind Kinder für den Timanfaya geeignet? Ja, der Besuch eignet sich für alle Altersgruppen. Der Bus ist klimatisiert, die Geothermaldemonstration ist für Kinder beeindruckend, und die Dromedarritte sind ein besonderes Erlebnis. Auf ausreichend Sonnenschutz und Wasser achten.

Darf ich meinen Hund mitbringen? Nein. Haustiere sind im Nationalpark nicht erlaubt.

Lohnt sich El Diablo Restaurant? Das Erlebnis ist einmalig – kochen über Vulkankraft in einem Manrique-Gebäude mit Panoramablick auf die Lava. Die Küche ist solide, nicht spektakulär. Wer das Konzept interessant findet, sollte hingehen. Reservierung empfohlen.

Wie lange sollte ich für den Besuch einplanen? Mit Anreise, Warteschlange, Geothermaldemonstration, Bustour und einem Stopp im Restaurant oder am Dromedargelände: 2,5 bis 3 Stunden. Wer El Golfo und La Geria kombiniert, plant den halben Tag ein.

Kann man den Timanfaya mit ÖPNV erreichen? Eingeschränkt. Es gibt Busverbindungen von Arrecife, aber die Taktung ist unflexibel und die Rückfahrten passen selten zu den Besuchszeiten. Mietwagen oder geführte Tour sind die praktischeren Optionen.


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