
Ohrenschmerzen nach dem Tauchen auf Lanzarote – was tun?
Ohrenschmerzen nach dem Tauchen oder Schnorcheln auf Lanzarote? Barotrauma oder Schwimmersohr erkennen, Hausmittel die wirklich helfen, und wann der HNO auf Lanzarote nötig ist.
Ohrenschmerzen nach dem Tauchen oder Schnorcheln gehören auf Lanzarote zu den häufigsten Beschwerden bei Wassersportlern. Kein Wunder: Playa Chica in Puerto del Carmen gilt als einer der besten Tauchplätze Europas, und die warmen Gewässer ziehen tausende Schnorchler und Tauchanfänger an. Anfänger machen Druckausgleich-Fehler, Schnorchler unterschätzen den Salzwasser-Effekt auf den Gehörgang. Die Hälfte dieser Fälle löst sich von selbst – die andere Hälfte braucht einen Arzt.
Wann sind Ohrenschmerzen nach dem Tauchen ein Notfall?
Heute noch zum Arzt – nicht abwarten – bei:
- Plötzlicher Hörverlust oder deutlich gedämpftes Hören nach dem Auftauchen
- Schwindel oder Gleichgewichtsstörungen die nach dem Auftauchen nicht nachlassen
- Blut oder klare Flüssigkeit aus dem Ohr
- Starke Ohrenschmerzen die auf Schmerzmittel nicht ansprechen
- Neu aufgetretenes Klingeln oder Rauschen im Ohr (Tinnitus)
Diese Zeichen können auf ein Innenohrbarotrauma hinweisen – eine ernste Verletzung die ohne Behandlung zu dauerhaftem Hörverlust führen kann. Kein Abwarten.
Barotrauma oder Schwimmersohr – das macht den Unterschied
Beide Erkrankungen entstehen durch Wasser und Druck, aber an verschiedenen Stellen und mit anderer Behandlung:
Ohrenbarotrauma: Entsteht wenn der Druckausgleich beim Abtauchen nicht gelingt. Der Druck im Mittelohr bleibt hinter dem Umgebungsdruck zurück – das Trommelfell wird nach innen gezogen. Schmerz tritt meist noch unter Wasser oder direkt beim Auftauchen auf. Gedämpftes Hören, Druckgefühl, manchmal leichter Schwindel.
Schwimmersohr (Otitis externa): Kein Druckproblem, sondern eine Entzündung des Gehörgangs. Wasser das nach dem Tauchen oder Schnorcheln im Gehörgang bleibt verändert das pH-Milieu und fördert Bakterien oder Pilze. Der entscheidende Zeitunterschied: Schwimmersohr entsteht 12–48 Stunden nach dem Wasserkontakt, nicht sofort. Das klassische Zeichen ist Schmerz beim Ziehen am Ohrläppchen.
Mittelohrentzündung nach dem Tauchen: Kann entstehen wenn man mit einer beginnenden Erkältung taucht und dabei Keime über die Eustachische Röhre ins Mittelohr gelangen. Tief sitzender Schmerz, oft begleitet von Fieber, gedämpftem Hören.
Tauchen und Schnorcheln auf Lanzarote – besondere Risiken
Playa Chica (Puerto del Carmen) ist der bekannteste Tauchspot der Insel – felsiger Einstieg, sofort auf 5–15 Meter, viele Einsteiger-Tauchgänge. Wer hier den Druckausgleich überstürzt, ist schnell betroffen.
Museo Atlántico ist nur per Boot erreichbar und wird ausschließlich geführt getaucht. Kein Risiko für Freestyle-Einstiege, aber Bootsbewegung im Seegang kann den Ausgleich unter Stress setzen.
Nordküste (Arrieta, Punta Mujeres, Orzola): Stärkere Strömungen und Dünung als im Süden. Auch für erfahrene Schnorchler mit mehr Wellenexposition – Kopf wiederholt unter Wasser, Druckschwankungen häufiger.
Das größte Lanzarote-Risiko: Viele Urlauber fliegen mit einer beginnenden Erkältung an und tauchen trotzdem. Wer trotzdem abtaucht, riskiert ein Barotrauma – mit geschwollener Schleimhaut klappt der Druckausgleich schlicht nicht.
Sofortmaßnahmen
Bei Barotrauma (Druckproblem, Schmerz beim Auftauchen):
- Sofort aufhören zu tauchen – auch nicht am nächsten Tag, auch wenn der Schmerz nachlässt
- Nicht schnäuzen – erhöht den Druck im Mittelohr weiter
- Nasenspray (abschwellend) – Xylometazolin öffnet die Eustachische Röhre; kann helfen, den Druckausgleich nachzuholen
- Ibuprofen 400 mg – wirkt gegen Entzündung und Schmerz
- Arzt aufsuchen wenn Hörverlust oder Schwindel vorhanden sind
Bei Schwimmersohr (Entzündung, Schmerz 12–48h nach dem Tauchen):
- Ohr trocken halten – kein Wasser mehr, kein Schwimmen, kein Schnorcheln
- Kopf neigen und schütteln – Restwasser aus dem Gehörgang ablaufen lassen
- Haare föhnen auf niedrigster Stufe – aus 30 cm Abstand, trocknet den Gehörgang
- Kein Wattestäbchen – drückt Cerumen tiefer, verletzt die ohnehin entzündete Haut
- Essigsäure-Ohrentropfen (in jeder Farmacia rezeptfrei) – stellt das saure Milieu im Gehörgang wieder her, hemmt Bakterien und Pilze
- Ibuprofen oder Paracetamol gegen den Schmerz
Hausmittel – was wirklich hilft, was nicht:
Föhnen: Wirkt. Warme Luft auf niedrigster Stufe trocknet effektiv ohne zu verbrennen. Essigsäure-Tropfen (verdünnt): Wirkt. 1 Teil weißer Essig + 1 Teil Wasser – ein paar Tropfen, 5 Minuten liegen lassen. Gleiches Prinzip wie die Apotheken-Tropfen. Warme Kompresse auf das Ohr: Lindert Schmerz, bekämpft aber keine Entzündung. Olivenöl: Macht das Ohr nur fettig, hilft weder bei Barotrauma noch bei Schwimmersohr. Knoblauch im Ohr: Kein Wirkungsnachweis, reizt die Schleimhaut, weglassen.
Was nicht tun
Weitertauchen trotz Schmerzen – egal ob Barotrauma oder Schwimmersohr. Beim Barotrauma kann weiterer Druck das Trommelfell perforieren. Beim Schwimmersohr verschlimmert weiteres Wasser die Entzündung.
Wattestäbchen – die häufigste Verschlimmerung. Cerumen sitzt als Schutzschicht im Gehörgang und gehört nicht entfernt. Stäbchen drücken es Richtung Trommelfell.
Valsalva-Manöver erzwingen – wer sich die Nase zuhält und stark bläst ohne dass es „knackt“, erhöht nur den Druck und kann ein Mikroriss im Trommelfell verursachen. Wenn es nicht klappt: aufsteigen, erst dann versuchen.
Meerwasser einspülen – zur Reinigung wirkungslos und bringt neue Keime.
Wann zum Arzt?
- Hörverlust oder deutlich gedämpftes Hören → noch heute, kein Abwarten
- Schmerzen die nach 24 Stunden nicht besser werden
- Fieber → Mittelohrentzündung wahrscheinlich, Antibiotika nötig
- Ausfluss aus dem Ohr
- Vor der nächsten Tauchsession – Arzt bestätigen lassen, dass das Ohr frei ist
Welcher Arzt hilft auf Lanzarote?
Ideal ist ein HNO-Arzt – im Arzt-Verzeichnis für Lanzarote unter HNO zu finden. Für erste Einschätzung und Ohrentropfen-Verschreibung reicht auch eine allgemeinmedizinische Praxis.
EuroKlinik (Puerto del Carmen, Costa Teguise, Playa Blanca): Tel. +34 669 064 145 – kann Ohrenspiegel-Untersuchung durchführen und Tropfen verschreiben, auch ohne Termin.
Bei Hörverlust, starkem Schwindel oder Verdacht auf Innenohrbarotrauma: Hospital Universitario Doctor José Molina Orosa in Arrecife, Tel. +34 928 595 000.
Was kostet die Behandlung?
Mit EHIC/EKVK ist die öffentliche Behandlung kostenlos. Privatpraxis: 60–100 € für Konsultation und Ohrenuntersuchung. Verschreibungspflichtige Ohrentropfen (antibiotisch): 8–15 € in der Farmacia, rezeptfreie Essigsäure-Tropfen 5–8 €. Eine Auslandskrankenversicherung übernimmt alle Kosten ohne Vorleistung.
Häufige Fragen
Wie lange dauern Ohrenschmerzen nach dem Tauchen? Beim Schwimmersohr: 3–7 Tage mit Behandlung, ohne Behandlung länger. Beim Barotrauma: leichte Fälle klingen in 2–5 Tagen ab; wenn das Trommelfell betroffen ist, dauert die Heilung 3–6 Wochen. Hörverlust der länger als 24 Stunden anhält → Arzt aufsuchen.
Hausmittel gegen Ohrenschmerzen nach dem Tauchen – was hilft wirklich? Föhnen auf niedrigster Stufe und verdünnte Essigsäure-Tropfen sind die einzigen Hausmittel mit echtem Effekt beim Schwimmersohr. Beim Barotrauma helfen Hausmittel nicht – da muss die Eustachische Röhre wieder offen werden, nicht der Gehörgang behandelt werden. Kein Unterschied machen: Knoblauch, Olivenöl, Wärmelampe.
Ohrenschmerzen im Pool oder Schwimmbad – dasselbe wie beim Meerestauchen? Nicht ganz. Im Pool entsteht kein Barotrauma (kein nennenswerter Tiefgang), aber Schwimmersohr kommt häufiger vor – Chlor verändert das Milieu im Gehörgang genauso wie Salzwasser. Ohrenschmerzen im Pool nach dem Tauchen sind fast immer Otitis externa. Behandlung: gleich wie beim Schwimmersohr nach dem Meerestauchen.
Wie lange nach einem Barotrauma nicht fliegen? Mindestens 48 Stunden, bei deutlichem Hörverlust länger. Der Kabinendruck im Flugzeug entspricht ca. 2.000 m Höhe – das belastet das Mittelohr ähnlich wie ein Tauchgang. Bei Innenohrbeteiligung: nur mit ärztlicher Freigabe fliegen.
Kann man mit Erkältung auf Lanzarote tauchen? Nein. Eine geschwollene Schleimhaut blockiert die Eustachische Röhre – Druckausgleich wird unmöglich oder nur mit Gewalt möglich. Erzwungener Ausgleich reißt winzige Gefäße, im schlimmsten Fall perforiert das Trommelfell. Besser schnorcheln oder einen Tauchgang verschieben.
Wann darf man nach einer Ohrenentzündung wieder tauchen? Beim Schwimmersohr: erst wenn die Behandlung abgeschlossen ist und kein Druck- oder Ziehschmerz mehr vorhanden ist – in der Regel nach 7–10 Tagen. Bei Mittelohrentzündung: erst nach Abklingen der Entzündung und ärztlicher Freigabe, mindestens 2–3 Wochen. Wer zu früh wieder taucht, verlängert die Heilung erheblich.
Ohrenstöpsel fürs Tauchen – schützen die wirklich? Herkömmliche Ohrstöpsel sind beim Tauchen gefährlich: Sie schließen den Gehörgang luftdicht ab, das eingeschlossene Luftvolumen unter Druck kann das Trommelfell von außen eindrücken und beschädigen. Niemals normale Ohrstöpsel zum Tauchen verwenden. Speziell für Taucher entwickelte Stöpsel wie Doc’s ProPlugs (belüftet) oder SANOHRA PRO dive haben ein kleines Loch in der Mitte – sie lassen den Druckausgleich durch, halten aber Wasser aus dem Gehörgang und schützen damit vor Schwimmersohr. In mehreren Größen erhältlich; in guten Tauchshops auf Lanzarote und auf Amazon.
Kann ein Seeigel-Stachel ins Ohr gelangen? Selten, aber möglich – zum Beispiel beim Sturz auf felsigem Einstieg. Bei Fremdkörpergefühl im Ohr: nie selbst versuchen zu entfernen, sofort zum HNO. Stacheln des Diadema antillarum brechen bei jedem unvorsichtigen Eingriff ab und wandern tiefer.
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