✅ Oft selbst behandelbar
Wasser läuft aus dem Wasserhahn in ein Glas – Leitungswasser auf Lanzarote

Leitungswasser auf Lanzarote: Kann man es trinken?

Ja, Leitungswasser auf Lanzarote ist grundsätzlich trinkbar. Woher es kommt, warum es anders schmeckt und was Urlauber über Qualität und Entsalzung wissen sollten.

Die kurze Antwort: Ja, das Leitungswasser ist trinkbar

Das Leitungswasser auf Lanzarote ist sicher und trinkbar. Der Consorcio del Agua de Lanzarote – seit Juni 2026 verantwortlich für die öffentliche Wasserversorgung der Insel – bestätigt: Das Wasser aus dem Hahn ist von einer Qualität, die vollständig für den Verbrauch geeignet ist und alle gesetzlich geforderten Garantien erfüllt. Die Ergebnisse aller Analysen sind im nationalen Trinkwasser-Informationssystem SINAC öffentlich einsehbar.

Das häufig gehörte „Leitungswasser trinkt man hier nicht“ ist ein hartnäckiger Mythos – und kein behördlicher Rat.

Woher kommt das Wasser auf Lanzarote?

Lanzarote hat keine natürlichen Süßwasserquellen – keine Flüsse, keine Seen, kein nutzbares Grundwasser. Das gesamte Trinkwasser der Insel stammt aus Meerwasser-Entsalzungsanlagen mit Umkehrosmose-Verfahren.

Die beiden Produktionszentren der Insel befinden sich an der Küste bei Arrecife (Díaz Rijo) und bei Yaiza (Janubio). Das Atlantikwasser wird aus der Tiefe entnommen – offene Tiefentnahmen, die Verunreinigungen bereits vor der Anlage minimieren. Im Entsalzungsprozess werden alle Salze und Verbindungen entfernt. Danach werden die für Trinkwasser nötigen Mineralstoffe zurückgeführt. Abschließend wird Chlor zugegeben, das eine keimfreie Verteilung im gesamten Leitungsnetz sicherstellt.

Wie wird die Qualität kontrolliert?

Die Wasserqualität auf Lanzarote wird intensiv überwacht. Historische Kontrolldaten des vorherigen Betreibers Canal Gestión Lanzarote aus der Zeit vor Juni 2026 geben einen Eindruck des Systems:

Kennzahl Wert
Analysen pro Tag 46
Wasserproben pro Jahr über 10.000
Analysierte Parameter pro Jahr über 55.000
Haushalts-Entnahmen jährlich ca. 200 Proben

Analysiert werden unter anderem: Trübung, Leitfähigkeit, pH-Wert, freies Restchlor, E. coli, Schwermetalle (Eisen, Kupfer, Quecksilber, Aluminium), Pestizide und Kohlenwasserstoffe. Alle Ergebnisse werden dem spanischen Gesundheitsministerium via SINAC gemeldet – dort öffentlich nachlesbar – und von der Salud Pública del Gobierno de Canarias überwacht.

Das Wasser erfüllt die EU-Trinkwasserrichtlinie 2020/2184 sowie Real Decreto 3/2023, das die frühere Verordnung RD 140/2003 abgelöst hat.

Aktuelle Wasserqualität bei SINAC prüfen →

Warum schmeckt es anders als zu Hause?

Der Unterschied hat nichts mit Sicherheit zu tun – er liegt am Produktionsprozess:

Kein natürliches Mineralprofil. Gebirgsquell- oder Grundwasser enthält von Natur aus Mineralien, die ihm Geschmack geben. Entsalztes Meerwasser bekommt Mineralstoffe zwar zurückgeführt, bleibt aber „weiches Wasser mit schwacher Mineralisation“ – neutraler und flacher als das, was viele aus Deutschland kennen.

Chlor. Das Chlor ist eine Sicherheitsgarantie, kein Mangel. Es hält das Leitungsnetz keimfrei, hinterlässt aber einen leichten Geschmack. Wichtig: Chlor ist flüchtig. Wasser 30–60 Minuten in einer offenen Glaskaraffe stehen lassen oder kühlen – und der Chlorgeschmack verschwindet von allein.

So reduziert man den Chlorgeschmack

Drei einfache Wege, die Urlauber ohne Aufwand nutzen können:

  1. Stehen lassen – 30–60 Minuten in einer offenen Glaskaraffe. Das Chlor verflüchtigt sich.
  2. Kühlen – Wasser im Kühlschrank aufbewahren beschleunigt das Verflüchtigen und verbessert den Geschmack deutlich.
  3. Filterkaraffe – Eine Brita-Kanne filtert den Chlorgeschmack heraus. Den Filter nach Herstellerangaben regelmäßig wechseln – ein abgelaufener Filter kann Keime anreichern statt filtern.

Hinweis für Casas Rurales und abgelegene Fincas

Für nahezu alle Urlauber gilt: kein Thema. Alle Städte und Dörfer Lanzarotes – von Arrecife über Puerto del Carmen bis Playa Blanca und Costa Teguise – sind direkt an das öffentliche Verteilnetz angeschlossen. Hotels, Apartments und Ferienwohnungen in besiedelten Gebieten erhalten das Wasser direkt aus dem kontrollierten Netz.

Nur wer in einer echten Casa Rural oder Finca im ländlichen Hinterland übernachtet, sollte wissen: Einzelne abgelegene Häuser haben einen privaten Wassertank (Aljibe), der nicht den staatlichen Kontrollen unterliegt. Bei gut gewarteten Tanks ist das unbedenklich – im Zweifel kurz beim Gastgeber nachfragen.

Wann lieber Flaschenwasser?

Für gesunde Erwachsene und Kinder ab dem ersten Lebensjahr ist Leitungswasser auf Lanzarote sicher. In bestimmten Situationen empfiehlt sich trotzdem Vorsicht:

  • Säuglinge unter 1 Jahr: Für die Zubereitung von Säuglingsnahrung empfehlen Kinderärzte generell spezielles Mineralwasser mit niedrigem Nitrat- und Natriumgehalt – diese Empfehlung gilt unabhängig vom Reiseziel. Im Zweifel beim Kinderarzt nachfragen.
  • Immungeschwächte oder Krebspatienten in Behandlung: Rücksprache mit dem behandelnden Arzt empfohlen.
  • Persönlicher Geschmack: Wer den Geschmack schlicht nicht mag – völlig verständlich, und kein Gesundheitsrisiko.

Häufige Fragen

Kann ich das Leitungswasser auf Lanzarote trinken? Ja. Das Wasser ist offiziell trinkbar und erfüllt EU-Normen. Der Consorcio del Agua de Lanzarote und die Salud Pública del Gobierno de Canarias bestätigen die Qualität durch umfangreiche Analysen.

Warum schmeckt das Wasser anders als in Deutschland? Es stammt aus Meerwasser-Entsalzung per Umkehrosmose – kein natürliches Mineralprofil wie bei Quellwasser, plus leichter Chlorgeschmack. Beides ist technisch bedingt, kein Qualitätsmangel. Der Chlorgeschmack verschwindet beim Kühlen oder kurzem Stehenlassen.

Ist das Wasser hart oder weich? Weich – weiches Wasser mit schwacher Mineralisation. Kalkablagerungen am Duschkopf sind daher weniger ein Problem als in vielen deutschen Städten.

Können Babys das Leitungswasser trinken? Für Säuglinge unter 1 Jahr wird für die Zubereitung von Milchnahrung generell spezielles Mineralwasser empfohlen – unabhängig vom Reiseziel. Bitte Rücksprache mit dem Kinderarzt halten.

Ist Chafariz-Flaschenwasser besser als Leitungswasser? Nein. Chafariz ist eine Flaschenwassermarke der Insel – das abgefüllte Wasser stammt aus demselben entsalzten Leitungswasser, das auch aus dem Hahn kommt. Der einzige Unterschied: Plastikflasche und Preis.

Trinken Einheimische das Leitungswasser? Immer mehr. Seit 2022 läuft die Kampagne „Más grifo, menos plástico“ (Mehr Hahn, weniger Plastik), die Schulen und Haushalte für Leitungswasser gewinnt. Die verbreitete Skepsis ist historisch gewachsen – nicht gesundheitlich begründet.

Hilft ein Wasserfilter? Ja, für den Geschmack. Eine Filterkaraffe reicht vollkommen. Den Filter rechtzeitig wechseln. Kein Aktivkohlefilter direkt vor einem Aljibe installieren – das entfernt das Chlor und hebt die Desinfektionswirkung auf.

Woher kommt das Trinkwasser auf Lanzarote? Ausschließlich aus Meerwasser-Entsalzungsanlagen. Lanzarote hat keine natürlichen Süßwasserquellen. Das Umkehrosmose-Verfahren macht Atlantikwasser trinkbar.


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